Tee
 


Im ursprünglichen Sinn bezeichnet Tee ein Getränk, das durch Aufbrühen mit kochendem Wasser aus den Blättern der Tee-Pflanze (Camellia sinensis) aus einer der beiden Unterarten var. sinensis (China Tee) und var. assamica (Assam-Tee) entsteht. Je nach Verarbeitung der Teeblätter erhält man schwarzen oder grünen Tee. Die dabei in den Tee gelangenden Extraktstoffe sind von der Zeit abhängig, die der Tee "zieht". Kurzgebrühter Tee (2-3 Minuten) wirkt durch seinen Coffein-Gehalt anregend, während bei längeren Zeiten (höchstens 5 Minuten) auch eine beruhigende Wirkung erzielt werden kann.

Die Bezeichnung "Tee" wird im Sprachgebrauch auch für Aufgüsse von Kräutern oder Früchten verwendet. Es gibt eine Vielzahl von Kräuter- und Früchtetees, die durch Überbrühen entsprechender Pflanzenteile erhalten werden und im Gegensatz zum eigentlichen Tee kein Coffein enthalten. In Deutschland ist Pfefferminztee mit Abstand der beliebteste Kräutertee, gefolgt von Kamillentee. Bei den Früchtetees sind Hagebutte und Hibiskus die Favoriten. Viele Tees haben durch ihre speziellen Inhaltsstoffe (etherische Öle) pharmakologische Wirkung, die sie als altbekannte Hausmittel einsetzbar machen.

Grüner Tee

Grüner Tee stammt aus den frisch geernteten Blättern des Teestrauchs (Camellia sinensis). Die natürliche Fermentation wird durch Hitzeeinwirkung unterbunden, entweder durch sekundenlanges Erhitzen in Pfannen auf 280 oC oder durch Einwirkung von Wasserdampf für einige Minuten, wobei die Enzyme zerstört werden.

Zur Zubereitung wird grüner Tee nicht mit sprudelnd heißem Wasser aufgekocht, sondern das gekochte Wasser wird zuvor auf 60-75 oC abgekühlt und damit der Tee aufgegossen. 1 bis 3 Minuten ziehen lassen.

Grüner Tee wirkt nicht nur als Durstlöscher, sondern ist in Japan auch als Heilmittel geschätzt: Er regt die Blutzirkulation an, beschleunigt den Stoffwechsel und wirkt cholesterinsenkend. Wesentliche Inhaltsstoffe sind Gerbstoffe (Polyphenole, Tannine), Coffein, Katechine, wasserlösliche Vitamine (A, B1, B2, C, D) und Minerale (Fluoride, Zink).

Schwarzer Tee

Durch natürliche Fermentation der Teeblätter, einer Art Gärung, kommt es zur Oxidation insbesondere der Polyphenole, die sich durch eine Farbänderung von grün über gelb bis dunkelbraun-violett bemerkbar macht. In Europa werden zumeist vollständig fermentierte Teesorten (Darjeeling, Ceylon) als schwarze Tees konsumiert, teilweise auch nach Aromatisierung mit Blüten oder ätherischen Ölen. Durch die Fermentation gewinnt der Tee an Aroma und schmeckt kräftiger.

Weisser Tee

Bei weissem Tee handelt es sich um die ungeöffneten Blattknospen des Teestrauchs aus den Bergregionen Südchinas (Sorten: Pai Mu Tan, Yin Zhen), die handverlesen und schonend getrocknet werden. Der Name stammt vom zarten Haarflaum der Blattknospen, der nach dem Trocken als silbrigweisser Überzug verbleibt. Weisser Tee schmeckt nicht bitter und kann daher auch längere Zeit ziehen (Zubereitung wie grüner Tee). Sein Gehalt an Polyphenolen ist ca. 2- bis 3-mal so hoch wie im grünen Tee. Seit September 2005 auch als Teebeutel erhältlich (Fa. Teekanne).

Pfefferminztee

Aus den getrockneten Blättern der Pfefferminze (Mentha piperita) wird der mit Abstand beliebteste Kräutertee gewonnen, der nicht nur als Erfrischungsgetränk dient, sondern auch Heilwirkung besitzt. Pfefferminztee hat einen aromatischen Geruch und würzigen Geschmack.

Die enthaltenen etherischen Öle bestehen im Wesentlichen aus Menthol, Menthylestern und Menthon. Die medizinische Wirkung besteht in erster Linie in einer Stärkung des Magens bei Übelkeit und Erbrechen, aber der Tee ist auch verdauungsfördernd indem die Galleproduktion angeregt wird.

Kamillentee

Die blühenden Köpfchen der Kamille (Matricaria chamonilla, Syn. Chamonilla recutica) ergeben nach Aufgiessen mit Wasser und ca. 10 bis 15 minütigem Ziehen den beliebten Kamillentee, der meist nicht als Durstlöscher getrunken wird sondern wegen seiner entzündungshemmenden, krampflösenden und schmerzlindernden Wirkung besonders bei Magen-Darm-Beschwerden geschätzt wird. Auch äußerlich läßt sich Kamillentee anwenden (nicht bei Augenentzündungen wegen der entwässernden Wirkung). Der Tee enthält im Gegensatz zum alkoholischen Auszug nur geringe Mengen der etherischen Öle Matricin und α-Bisabolol, die hauptsächlich für die entzündungshemmenden Eigenschaften bestimmend sind, jedoch werden wasserlösliche Flavonoide extrahiert, die ebenfalls entzündungshemmend wirken.

Hagebuttentee

Die entkernten roten Scheinfrüchte der Hagebutte (Heckenrose, Rosa canina) enthalten besonders viel Vitamin C sowie die Vitamine A,B1 und B2. Der intensiv rote Hagebuttentee ist daher vorbeugend gegen Infektions- und Grippekrankheiten anwendbar.

Hibiskustee

Hibiskustee wird aus den Blüten von Hibiscus sabdariffa hergestellt, die einen hohen Gehalt an Fruchtsäuren aufweisen und für einen angenehm säuerlichen Geschmack sorgen. Obwohl es sich beim Hibiskus um eine Malvenart handelt und teilweise unter der Bezeichnung Malventee angeboten wird, hat Malventee an sich andere Inhaltsstoffe (Schleimstoffe, Flavone) die im Hibiskustee fehlen und darf daher nicht mit Hibiskustee verwechselt werden.

Mate-Tee

Coffeinhaltiger Tee aus den Blättern des Llex paraguarensis, einem in Südamaerika beheimatetem Stechpalmengewächs.

Mate bezeichnet eigentlich nur den Trinkbecher, aus dem der Tee getrunken wird, traditionell mit einem Trinkhalm. Der herbbitter schmeckende Tee wirkt als Appetitzügler und kann so Diäten unterstützen, weist jedoch auch bis zu 1,5 % Coffein auf und wirkt somit ähnlich anregend wie Grüner Tee. Wie bei diesem ist die Fermentation durch Hitzeeinwirkung auf die frischen Blätter unterbunden worden, es gibt jedoch auch eine geröstete fermentierte Form, die kräftiger und würziger schmeckt.

Pu-Erh-Tee

Pu-Erh-Tee ist zunächst ein halbfermentierter Tee aus Blättern des Teebaums (Quingmao). Nach Abbruch der Fermentation werden die Blätter mit Mikroorganismen und Pilzen beimpft und durch langsame Nachfermentation einer Schimmelbildung unterworfen. Danach enthält der Tee kaum noch Coffein und Gerbstoffe, wirkt jedoch cholesterin- und blutdrucksenkend und fördert die Magen-Darm-Flora. In den Handel kommt er in gepresster Form als Ziegel oder Scheiben, teils nach jahrzehntelanger Lagerung und dadurch bedingtem erdigem Geschmack.

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Letztes Update dieser Seite: 30.12.2010